Zöliakie


Die Zöliakie oder Sprue, wie die Krankheit beim Erwachsenen heisst, ist eine chronische, lebenslängliche Unverträglichkeit, die bei entsprechender erblicher Veranlagung durch den Genuss glutenhaltiger Speisen ausgelöst wird. Neuste Erkenntnisse gehen davon aus, dass möglicherweise 0,5 Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen ist. Wenn sich die Erkrankung im Kindesalter manifestiert, spricht man von Zöliakie, ansonsten von Sprue.

Was ist Zöliakie?

Die Zöliakie oder Sprue, wie die Krankheit beim Erwachsenen heisst, ist eine chronische, lebenslängliche Unverträglichkeit, die bei entsprechender erblicher Veranlagung durch den Genuss glutenhaltiger Speisen ausgelöst wird. Neuste Erkenntnisse gehen davon aus, dass möglicherweise 0,5 Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen ist. Wenn sich die Erkrankung im Kindesalter manifestiert, spricht man von Zöliakie, ansonsten von Sprue.
Das in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer, Bulgur und Kamut enthaltene Klebereiweiss Gluten (Gliadin) und ähnliche Eiweisskörper in Roggen, Gerste und Hafer führen zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch wird die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt, die Aufnahme von Nährstoffen wird gestört. Als Folge davon leiden die Patienten unter Mangelzuständen, schlechtem Gedeihen und haben abnorme Stühle.
Durch Entnahme von kleinsten Gewebeproben aus dem Darm ( Dünndarmbiopsie ) kann nachgewiesen werden, dass die Dünndarmschleimhaut bei unbehandelter Zöliakie in charakteristischer Weise verändert ist. Die Dünndarmzotten, unzählige feine Wölbungen der Schleimhautoberfläche, verschwinden weitgehend. Man spricht von Zottenatrophie. Zöliakietypische Antikörper können mittels Blutuntersuchung festgestellt werden.
Unter glutenfreier Ernährung erholt sich die erkrankte Dünndarmschleimhaut wieder. Der Allgemeinzustand des Patienten wird oft schon nach wenigen Tagen etwas besser. Es folgt eine ganz allmähliche weitere Erholung. Das Gewicht beginnt zu steigen, die Ergebnisse der Blutuntersuchungen werden im Lauf der Monate normal, und schliesslich ist auch die Dünndarmschleimhaut von normaler, gesunder Schleimhaut nicht mehr zu unterscheiden.

Ursache und Vererbung

Es ist anzunehmen, dass die Ursache der Glutenunverträglichkeit an den für Zöliakie / Sprue typischen Genen HLA-DQ2 oder HLA-DQ8 sowie an bestimmten Umweltfaktoren, wie z.B. Infektionen, liegt. Aufgrund dessen handelt es sich bei Zöliakie / Sprue nicht um eine Allergie bzw. Glutenallergie, sondern um eine vererbbare, genetisch bedingte Autoimmunerkrankung. Die Wahrscheinlichkeit der Vererbung von Zöliakie liegt bei Verwandten 1. Grades (Eltern - Geschwister - Kinder) bei etwa 10 - 15%.

Symptome

Häufige Symptome sind:

Kinder
• Gedeihstörungen
• Durchfall
• Blässe
• Erbrechen
• Wesensveränderung

Erwachsene
• Blutarmut
• Auszehrung
• Knochenschmerzen
• Blähbauch
• Durchfall
• Psychische Veränderung

Die Symptome bei Kindern zeigen sich meistens, wenn auf Getreidebrei oder -schoppen umgestellt wird. Im Erwachsenenalter sind die Symptome vielfältiger und weniger ausgeprägt. Durch jahrelange schlechte Verwertung der Nahrung entstehen Störungen, die den ganzen Stoffwechsel betreffen. Studien zeigen jedoch, dass die Symptome bei Zöliakie / Sprue immer häufiger atypisch oder latent verlaufen.

Diagnose

Hinweise auf das Vorliegen einer Zöliakie können durch Blutuntersuchungen gewonnen werden. Die einzige als beweisend anerkannte Untersuchungsmethode ist aber die Dünndarmbiopsie. Mittels einer kleinen Metallkapsel an einem dünnen Schlauch, die verschluckt und dann in den obersten Teil des Dünndarms vorgeschoben wird, kann eine kleine Gewebeprobe völlig schmerzlos entnommen werden. So ist eine direkte Untersuchung der Dünndarmschleimhaut möglich.

Behandlung

Da Zöliakie / Sprue nach dem derzeitigen Stand der Forschung nicht heilbar ist, gibt es nur eine einzige Möglichkeit der Behandlung: eine strikt glutenfreie Ernährung, nicht nur für kurze Zeit, sondern lebenslang.
Das heisst: Alle daraus hergestellten Lebensmittel wie Mehl, Griess, Malz, Brot, Gebäck, Paniermehl, Teigwaren, Saucen, Kuchen, Waffeln, Bier usw. dürfen nicht gegessen werden.
Auf die versteckten Beigaben von Mehl in Süssigkeiten (z.B. Schokoriegel) und anderen Lebensmitteln (z.B. Blauschimmelkäse) ist ebenfalls zu achten.
Alle anderen Nahrungsmittel wie Mais, Reis, Buchweizen, Hirse, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Milch, Eier, Fleisch, Fisch usw. sind erlaubt, sofern sie nicht mit Gluten vermischt sind. Als Ersatz für alle unverträglichen Lebensmittel gibt es Ersatzprodukte wie Mehle, Brote, Gebäck, Teigwaren und Süssigkeiten, die in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und im Fachhandel erhältlich sind.

Heilungsaussichten

Während Zöliakie / Sprue in den 40er Jahren noch lebensbedrohlich verlief, da die Behandlung der Erkrankung (und auch die Krankheit als solches) noch unbekannt war, kann man heute mit Hilfe einer glutenfreien Ernährung ein völlig beschwerdefreies Leben führen und gesund bleiben. Es ist keine Möglichkeit bekannt, die Disposition zur Zöliakie zu beseitigen.
Achtung: Subjektive Beschwerdefreiheit bei Verstoss gegen die Diät bedeutet keineswegs, dass die glutenfreie Ernährung aufgegeben werden kann. Oft treten die merkbaren Beschwerden unter glutenhaltiger Kost sehr spät, manchmal erst nach Jahren auf. Spätfolgen nach Absetzen der Diät können zu schwerer Krankheit führen, die dann einer Heilung wesentlich schlechter zugänglich ist. Unternehmen Sie folglich keine Diätunterbrüche ohne ärztliche Kontrolle.

Wie erkenne ich glutenfreie Produkte

Dieses Logo kennzeichnet glutenfreie Produkte
Logo IG Zöliakie

In erster Linie ist es für den zöliakiebetroffenen Menschen unumgänglich, die entsprechenden Produktedeklarationen genauestens zu studieren. Die schweizerische Lebensmittelverordnung kommt Menschen mit Unverträglichkeiten sehr entgegen, da alle allergenen Zutaten aufgeführt werden müssen.
Von der IG Zöliakie der Deutschen Schweiz (www.zoeliakie.ch) wurde 1997 das "Glutenfrei - Symbol" eingetragen, welches den Betroffenen die Gewähr gibt, dass die mit diesem Label ausgezeichneten Produkte garantiert glutenfrei sind (gemäss ELISA-Test). Die Produzenten verpflichten sich, ihre Produkte einem jährlichen Test in einem spezialisierten Labor zu unterziehen und die glutenfreiheit zu bestätigen (unter dem Grenzwert von 20 mg Gluten pro 100 g Trockenmasse).
Mittlerweile bieten viele Reformhäuser und Drogerien glutenfrei Produkte an. Auch die meisten Schweizer Grossverteiler führen ein zum Teil beachtliches Sortiment an Produkten, die für Zöliakiebetroffene geeignet sind.


Download
Glutenfrei - Produkte von frifrench
Wir haben für Sie einen Flyer zusammen gestellt, auf dem alle unsere Produkte aufgeführt sind, die garantiert und kontroliert glutenfrei sind. Für einen uneingeschränkten Genuss ohne Reue.
frifrench_Prospekt_Glutenfrei_Web.pdf
Adobe Acrobat Dokument 629.7 KB