Lactose-Intoleranz


Worauf ist bei der Auswahl von Nahrungsmitteln zu achten?

Berücksichtigen Sie bitte, dass viele Fertigprodukte unter Verwendung von Milch und Milchprodukten hergestellt worden sind. Zudem können Medikamente und Zahnpasten Milchzucker (Lactose) enthalten. Wichtig ist, dass abgesehen von der Meidung milchzuckerhaltiger Speisen, die Ernährung wie beim Gesunden erfolgen sollte:

Geeignete Nahrungsmittel

Getränke 

Jede Art Tee, Obst- und Gemüsesäfte, Mineralwasser, Limonaden.

Gemüse

Alle Gemüse.

Kartoffeln

Alle Kartoffelprodukte. Aber: Vorsicht bei Püree!

Getreideprodukte

Nudeln, Reis Mais, Hirse, Gerste, Roggen, Weizen, Hafer, Mehl, Griess, Kelogg's Cornflakes und daraus zubereitete Speisen.

Brot und Backwaren

Brotsorten, die ohne Milch hergestellt werden. Ggf. Angaben des Bäckers bzw. Deklaration des Brotes beachten.

Obst

Alle Früchte, roh oder gekocht oder als Säfte.

Eier

Alle Eierspeisen, die ohne Milch und Milchprodukte zubereitet werden.

Fleisch

Alle Fleischsorten, Geflügel und Wild; Wurstwaren nur, sofern sie ohne Milchprodukte hergestellt worden sind (ggf. Metzger fragen).

Fisch

Alle frischen Fische.

Suppen

Bouillon, klare Gemüsesuppen, klare Suppen mit Einlage, selbst zubereitete Suppen ohne Milch oder Rahm.

Desserts u.
Konfitüren

Alle Desserts, die ohne Milch und Milchprodukte hergestellt worden sind und mit normalem Zucker gesüsst sind, wie Zucker, Honig, Konfitüre, Gelee, milchfreie Nuss-Nougat-Creme

Fette

Alle reinen Pflanzenöle und -margarinen (oft ist Molkepulver in Margarine zugesetzt!).

Käse

Käse mit weniger als 1 g Lactose/100g

Sojaprodukte

Alle aus Soja hergestellten Milchpräparate, Sojajoghurt etc.

Laktosefreie Milch

LACtofree® oder MinusL®

Laktosefreie Sahne, Joghurt

Mittlerweise werden auch laktosefreie Sahne, Joghurt, Schokomilch angeboten (MinusL®)!

Problematische Nahrungsmittel

Milch 

Kuhmilch in jeder Form und alle daraus hergestellten Speisen; Ziegenmilch, Schafsmilch; Buttermilch, Sahne, Kaffeesahne, Kondensmilch, Quark, Milchkakao.

Joghurt

Die im Joghurt enthaltenen Bifidusbakterien haben selber die Fähigkeit, den Milchzucker vorzuverdauen. Viele Patienten mit Milchzuckerunverträglichkeit bekommen nach geringen Mengen Joghurt keine Beschwerden. Wir bitten Sie, dies selbst mit geringen Mengen auszuprobieren.

Getränke

Ovomaltine, Nesquick etc.

Käse

Alle Frisch- und Streichkäsesorten, ausser denjenigen, die unter den unbedenklichen Nahrungsmitteln aufgeführt sind.

Getreideprodukte

Alle Auflaufspeisen und Breie, die mit Milch hergestellt werden. Säuglingsbreie, die Milch enthalten, Kindernahrungsmittel, denen Milchpulver usw. zugesetzt sind.

Brot und Backwaren

Brotsorten und Backwaren, die mit Milch usw. hergestellt sind, wie z. B. Zöpfe, Zwieback, Brötchen.

Desserts

Puddings, Cremes, Schokolade, Kuchen und Bonbons, die unter Verwendung von Milch oder Milchzucker hergestellt sind (ggf. Verpackungsangaben beachten).

 

 

Beachten Sie bitte, dass der Fettgehalt der Milch oder Milchprodukte keine Rolle spielt. Fettarme Milchprodukte sind nicht leichter verdaulich!

Wie stelle ich die Calciumversorgung des Organismus sicher?

Eine milcharme oder milchfreie Ernährung birgt die Gefahr einer Calciumunterversorgung (Knochen!). Dies gilt speziell für Kinder, die noch wachsen. Wir empfehlen deswegen unbedingt den Ersatz der Kuhmilch durch Sojamilch oder lactosearme Spezialmilch (siehe oben). Milch anderer Tiere (Ziegenmilch, Schafsmilch, Stutenmilch) enthält ebenfalls Milchzucker und ist als Ersatz nicht geeignet. Bei Sojamilch sollte darauf geachtet werden, dass sie calciumangereichert ist. Dies ist für alle Sojamilchnahrungen für Säuglinge der Fall. Bei Sojamilchprodukten aus dem Reformhaus müssen Sie die Deklaration beachten. Die Calciumzufuhr kann man auch durch calciumreiche Mineralwässer oder durch mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte verbessern.
Achten Sie bitte auch darauf, dass die Diät nur so streng sein muß, dass keine Beschwerden auftreten. Die Restenzymaktivität im Darm führt dazu, dass viele Erwachsene Milchzuckermengen von bis 5-10g/Mahlzeit vertragen, besonders in Joghurt (Kinder proportional weniger!). Auch der Einsatz des Enzymes Laktase in Tablettenform kann dieses Problem lösen (s.o.).
Trotzdem ist es oft notwendig, Calcium in Medikamentenform zu ersetzen, besonders wenn länger als 6-12 Monate eine Diät notwendig ist. Die Dosierung des Calcium-Medikamentes muß ärztlicherseits festgelegt werden, evtl. nach einer Analyse der Calciumzufuhr durch ein Diätprotokoll. Sprechen Sie Ihren betreuenden Arzt bitte darauf an.


Beachten Sie bitte noch folgenden Hinweis:
Wenn Sie oder Ihr Kind unter einer konsequenten milchzuckerfreien Ernährung nicht beschwerdefrei werden oder akut heftige Beschwerden auftreten, so ist eine Vorstellung bei Ihrem Kinderarzt/Hausarzt erforderlich! Die Laktoseintoleranz kann prinzipiell auch eine Komponente einer anderen Darmkrankheit sein, die ggf. weiter abgeklärt werden muss.

 

Ein Wort zum Abschluß

Die Milchzuckerunverträglichkeit ist im Prinzip eine harmlose Störung, mit der sich gut leben läßt, wenn man über die Ursachen, Folgen und die Diät gut Bescheid weiß.